Erfahrungen aus dem Fahrbetrieb

Kilometerstand August 2017 ca. 3.100 km

Auf diesen Seiten berichte ich über technische Probleme und Verbesserungen, die aus den Erfahrungen aus dem Fahrbetrieb stammen.

 

Fahrgestell

Leider musste ich feststellen, dass sich alle Muttern der Vorderachsaufhängung (Führungs- und Traggelenke) und des Stabis sowie der Längslenker der Hinterachse nach kurzer Zeit lockerten. Verwendet hatte ich in der Regel Normschrauben und -muttern mit Federringen. Nach dieser Erfahrung befestige ich alle kritischen Schrauben und Muttern mit Loctite Schraubensicherung und verwende nur noch selbstsichernde Muttern und zusätzlich immer noch Federringe. Nach dieser Maßnahme ist nun aktuell alles fest.

Es gibt weiterhin Geräusche aus dem Vorderwagen. Diese treten nur auf, wenn der Vorderwagen stark entlastet ist, also Bergauffahrt und/oder Belastung im Heckbereich, z.B. durch Mitfahrer, gegeben ist und dann Unebenheiten da sein. Nach Rückfrage bei einem DKW-Spezialisten könnte die vordere Motorlagerung das Problem sein. Nach Kontrolle habe ich fest gestellt, dass der Träger unter dem Motor seitlich am darunter liegenden Träger des Rahmens anliegt. Außerdem lässt sich über die Lagergummis der Motorträger stärker bewegen als gut ist. Vorübergehend habe ich es provisorisch mit einer Gummimatte zwischen den Trägern versucht. Diese habe ich aber schon bei der nächsten Fahrt verloren. Kurzfristig habe ich keine Idee, es sieht auch so aus, als ob sich die Gummis ohne Ausbau des Motors nicht wechseln lassen. Spätestens beim Getriebewechsel werde ich neue Gummis einbauen.

Nach den ersten Kilometern habe ich festgestellt, dass die obere Querlenkerlagerung zu viel Spiel hat. Ich hatte die alten Teile nach Reinigung und Verzinkung wieder eingebaut. Nun habe ich neue Nachfertigungen verwendet. Die Gummis im Querlenker musste ich auf einer Seite dann später nochmals wechseln, dass sie bei ersten Einbau gerissen sind.

 

Motor

Die elektronische Zündung hatte ich auf Hinweis von DKW-Kollegen 2mm vor OT eingestellt. DKW gibt keinen Wert an, für die statische Einstellung ohne gespreiztes Fliehgewicht. Wie ich dann feststellte, hatte ich damit eine zu große Frühzündung und habe dann später nach den vorgegebenen Markierungen am Motor mit dem Stroboskop nochmals eingestellt.

Die Einstellung des Leerlaufs wollte einige Zeit nicht gelingen. Nach nochmaligen Vergaserausbau und Reinigung, läuft der Motor nun im Leerlauf aber die Drehzahl ist nicht immer gleich.

Die Leistung war anfangs nicht zufriedenstellend, hat sich aber nach der Zündzeitpunktkorrektur etwas verbessert.

Der Verbrauch pendelt sich aktuell bei ca. 10l/100km ein, was etwas zu hoch ist und einen Hinweis gibt, dass der Motor nicht optimal läuft.

 

Kühlsystem

Es war wohl doch nicht die richtige Entscheidung, auf die Thermosyphonkühlung von Anfang an zu verzichten. Somit fehlt der Vergleich, zur pumpenunterstützten Kühlung. Anfang habe ich eine elektrische Pumpe mit fester Drehzahl und einer Medientemperatur von 70°C verwendet. Damit hatte ich eine sehr lange Warmlaufphase. Im normalen Fahrbetrieb mit wechselnder Belastung blieb die Temperatur immer im Normalbereich, stieg aber bei Autobahnfahrt an den roten Bereich heran.

Später habe ich auf eine drehzahlgeregelte Pumpe mit deutlich höherer Förderleistung von ca. 30l/min und einer maximalen Medientemperatur von 100°C umgerüstet. Die Drehzahl kann ich nun vom Fahrersitz über ein Poti selbst regeln. Damit ist die Warmfahrphase deutlich verkürzt und im normalen Fahrbetrieb wird die maximale Drehzahl der Pumpe nicht benötigt. Auf der Autobahn geht die Temperatur weiterhin auch bei voller Pumpenleistung an den roten Bereich heran. Wahrscheinlich ist unter diesen Bedingungen die maximale Wärmeübertragungskapazität des Kühler erreicht.

 

Elektrik

Schon vor der Zulassung ließen sich die Scheinwerfer nicht gut einstellen. Trotz nochmaligen Aus- und Einbau des Verstellrings und der Schrauben hat es auch beim zweiten Versuch nur so ungefähr funktioniert. Die erste Fahrt bei Dunkelheit hat funktioniert allerdings war die Tachobeleuchtung viel zu dunkel und dafür die Ölkontrolllampe, die leider bisher zu zeitig anspringt, viel zu grell.

Nach ca. 1.500km trat ein erster Defekt auf. Die Ladekontrolllampe verlöschte nur bei höherer Drehzahl und manchmal etwas abrupt. Nach einiger Sucherei stellte sich ein Kabelbruch des Kabels zur Erregerwicklung der Lichtmaschine als Ursache heraus.

Nach ca. 3.000 fiel nach dem Abstellen des Motors auf einer Rundfahrt die Elektrik aus. Anfangs klickte der Magnetschalter noch, dann ging selbst die Ladekontrolle nicht mehr an. Nach einiger Zeit war das Problem dann wieder verschwunden. Aktuell geht die Vermutung in Richtung des Zündanlassschalters, den ich kurzfristig auswechseln werden. Dank der Entscheidung für ein Zündschloss aus den frühen Audi/VW-Modellen, sind Verschleissteile problemlos und günstig zu bekommen.

Des Weiteren habe ich die zuerst verbaute Einklang-Hupe gegen eine Zweiklang-Hupe mit Schaltrelais ausgetauscht und erreiche damit nun einen ordentlichen Klang.

 

Kraftstoffsystem

Nach ca. 1.500km blieb der Wagen bei jeder Fahrt nach kurzer Strecke stehen und sprang nach einiger Wartezeit wieder an. Die zuerst im Verdacht stehenden Zündspulen stellten sich als Irrweg heraus. Letztlich war die unterbrochene Tankbelüftung über den Deckel die Ursache, dass die Pumpe nach einiger Zeit gegen einen Unterdruck im Tank pumpte und nicht genügend Kraftstoff förderte. Nach einiger Standzeit baute sich der Unterdruck ab und das Auto fuhr wieder paar Kilometer. Schuld war ein selbst geschnittener Tankdeckeldichtring, dessen Material sich als nicht benzinfest erwies und der dann die kleinen Belüftungsöffnungen im Deckel verschloss.

Nach der oben beschriebenen Maßnahme wurden die Intervalle deutlich größer aber das Problem verschwand nicht. Meist setzte es erst nach 100 bis 200 km Fahrstrecke ein. Ich habe dann die Belüftung über den Deckel deutlich vergrößert, indem ich die vorhandenen Öffnungen geweitet und zusätzlich von innen einige Bohrungen angebracht habe. Leider ist das Problem weiterhin vorhanden und tritt ohne Vorwarnung immer mal wieder auf. Beim letzten Mal habe ich nun den Zusatzbenzinfilter mal wieder entfernt. Als nächstes möchte die Leitung durchblasen und das hintere kleine Stück Leitung ersetzen.

 

Ölversorgung

Einige Zeit ging der Kontrollschalter der Ölversorung nicht, der kleine Steuerkolben lief nicht frei. Nachdem ich den gangbar gemacht habe, springt der Schalter nun gefühlt sehr zeitig an. Wahrscheinlich habe ich beim Gangbarmachen etwas zu viel des Guten getan und den Spalt zwischen Kolben und Schaltergehäuse etwas über das Normmaß vergrößert.

Zwischenzeitlich habe ich ein anderes Schaltergehäuse eingebaut. Die Lampe kommt nun nur noch im Leerlauf und geht beim Gasgeben gleich aus. Mit dem Zustand kan ich gut leben.

 

Getriebe

Das Getriebe hat sich als größte Baustelle erwiesen. Während der Restauration hatte ich darauf verzichtet, das Getriebe zu öffnen und hatte es nur äußerlich gereinigt. Nun stellt sich heraus, dass es undicht ist und das es trotz mehrerer Einstellversuche nicht gelingt, den Freilauf zu aktivieren. Insgesamt schaltet das Getriebe auch ziemlich hakelig. Zwischenzeitlich habe ich ein weiteres, gebrauchtes Getriebe zum Überholen liegen und werde das verbaute Getrieb wahrscheinlich wechseln.

Als Zwischenmaßnahme habe ich den unteren Getriebedeckel neu abgedichtet. Ich hatte ursprünglich eine Gummidichtung verwendet, die sich dann aber als nicht öl- und benzinfest erwies. Danach habe ich dann das Getriebe neu befüllt. Seitdem hat das Tropfen etwas nachgelassen.

 

Lenkung

Schon bei den ersten Probefahrten stellte sich heraus, dass das Lenkspiel viel zu groß war. Eigentlich sollte sich das Lenkgetriebe durch die federbelastete Flatterbremse im Getriebe selbst nachstellen. Diese Flatterbremse war allerdings komplett verschlissen. Mit Hilfe von DKW-Kollegen konnte ich die entsprechenden Teile im Getriebe ersetzen.